Was heißt dpi und was bedeutet es?

DPI gibt beim Drucker die Punktdichte an.

Wer einen Drucker kaufen möchte oder sich auch nur mit diesem Thema beschäftigt, wird früher oder später über das kryptische Kürzel ›dpi‹ stolpern. Dabei handelt es sich um ein Akronym aus den drei englischen Wörtern dots per inch, was wörtlich übersetzt ›Punkte pro Zoll‹ bedeutet. Gemeint ist damit die Punktdichte des Druckers, im allgemeinen Sprachgebrauch in der Regel etwas schwammig als ›Auflösung‹ bezeichnet. Druckerhersteller schmücken ihre Geräte nur zu gern mit hohen dpi-Werten, um eine besonders hohe Druckqualität zu suggerieren – aber nicht immer hält das Ergebnis, was die Zahl verspricht.

Warum ein Drucker auf die Punkte kommen muss

Bei allen gängigen Drucksystemen ist das Druckbild zusammengesetzt aus vielen winzig kleinen Punkten, die das menschliche Auge ab einer gewissen Anzahl nicht mehr voneinander trennen kann; diese Anzahl wird in dpi angegeben. Bei einem niedrigen dpi-Wert besteht das Druckraster aus zu wenigen Punkten und wirkt auf den Betrachter detailarm und grob. Als absoluter Mindestwert für eine brauchbare Druckqualität in DIN-A4 gelten 300 dpi, sehr detailreiche Bilder und großformatige Grafiken profitieren von entsprechend höheren Werten. Generell gilt: Je mehr Details ein Dokument enthält, desto vorteilhafter wirkt sich eine große dpi-Zahl aus. Berücksichtigt werden muss auch die Stellung des Betrachters: Je weiter der Abstand des Auges zum Ausdruck, desto weniger dpi werden benötigt. Aus diesem Grund ist die Bildauflösung großflächiger Plakate meist niedriger als jene von Broschüren oder Handzetteln.

Vorsicht: Punkt ist nicht Pixel!

Wer Bilder drucken möchte, beispielsweise ein mit der Digitalkamera aufgenommenes Foto, muss wissen und berücksichtigen, dass Bildauflösung und Druckauflösung nicht einfach miteinander zu vergleichen sind. Pixel und Punkte sind nicht dasselbe und können nicht einfach im Verhältnis 1:1 verrechnet werden. Besteht eine Bilddatei aus mehreren Tausend Pixeln, wie es bei aktuellen Digitalkameras fast immer der Fall ist, bedeutet das nicht, dass der dpi-Wert sich in einer vergleichbaren Höhe bewegen muss. Auch für Grafiken in der verbreiteten Full-HD-Auflösung – das sind 1 920 mal 1 080, also insgesamt 2 073 600 Pixel – sollten zwischen 300 und 600 dpi immer ausreichen. Wer nur normale Dokumente aus seiner Textverarbeitung oder seinem Layoutprogramm drucken möchte, kann sich übrigens auch mit deutlich weniger dpi begnügen: Im Gegensatz zu Bilddateien kommen hier keine Pixel, sondern Vektoren zum Einsatz – und Vektoren können ohne Schärfeverlust beliebig skaliert werden.

Schärfer als die Wirklichkeit: Wenn die Druck-Auflösung schöngerechnet wird

Hardware-Hersteller behaupten in ihren Werbebroschüren gern dpi-Werte, die sich im 1000er-Bereich bewegen. Bei solchen vollmundigen Versprechen ist allerdings Vorsicht geboten, denn häufig werden diese Zahlen durch Interpolation erreicht. Bei diesem Verfahren wird die tatsächliche, absolut messbare Auflösung vergrößert durch zusätzlich errechnete Bildinformationen. Das funktioniert so, dass über die benachbarten Punkte ein Durchschnittswert überschlagen wird – eine Art Wahrscheinlichkeitsrechnung also. Das kann durchaus zu ansehnlichen Ergebnissen führen, ist aber in gewisser Weise eine – kleine – Mogelpackung. Im Zweifelsfall lohnt ein genauer Blick in die Gerätespezifikationen, in denen für gewöhnlich die tatsächliche Auflösung und die durch Interpolation zu erreichende Maximalauflösung separat aufgeführt sind.