Inkjet-Drucker: Was ist das und wie funktioniert ein Tintenstrahldrucker?

Inkjet-Drucker beim DruckenEin Inkjet-Drucker ist ein Tintenstrahldrucker: Er erzeugt Texte und Bilder, indem er winzige Tintentropfen gezielt auf das Papier spritzt. Der englische Begriff setzt sich aus „ink“ für Tinte und „jet“ für Strahl zusammen. Inkjet-Drucker sind die am weitesten verbreiteten Drucker in Privathaushalten und stehen ebenso in vielen Büros. Dieser Ratgeber erklärt, wie die Technik funktioniert, welche Verfahren es gibt und wofür sich Inkjet-Drucker besonders eignen.

Kurz gesagt: Inkjet-Drucker und Tintenstrahldrucker sind dasselbe. Ein Druckkopf mit Hunderten feiner Düsen fährt über das Papier und setzt das Bild aus Millionen winziger Tintentropfen zusammen. Die Farben entstehen durch Mischen von Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz.

Was ist ein Inkjet-Drucker?

Inkjet-Drucker gehören zu den sogenannten Non-Impact-Druckern: Sie berühren das Papier beim Drucken nicht, sondern schießen die Tinte berührungslos aus kurzer Entfernung darauf. Das Druckbild setzt sich aus einzelnen Punkten zusammen, die so klein und dicht beieinanderliegen, dass das Auge sie nicht mehr unterscheidet.

Im deutschen Sprachgebrauch werden die Begriffe Inkjet-Drucker, Inkjetdrucker, Tintenstrahldrucker und Tintendrucker gleichbedeutend verwendet. Technisch handelt es sich bei den heutigen Geräten genau genommen nicht um einen durchgehenden Strahl, sondern um einzelne Tropfen, die nur bei Bedarf abgegeben werden – Fachleute sprechen von „Drop on Demand“.

Aufbau eines Tintenstrahldruckers

So unterschiedlich die Modelle aussehen, die wesentlichen Bauteile sind bei allen Inkjet-Druckern dieselben:

  • Druckkopf: das Herzstück mit Hunderten bis Tausenden mikroskopisch feiner Düsen, aus denen die Tinte austritt.
  • Tintenvorrat: Patronen oder bei Tintentank-Druckern nachfüllbare Tanks, getrennt nach Farben oder als Kombipatrone.
  • Druckschlitten: trägt den Druckkopf und bewegt ihn auf einer Führungsschiene quer über das Papier.
  • Papiertransport: Walzen ziehen das Blatt Zeile für Zeile unter dem Druckkopf hindurch.
  • Wartungsstation: In Ruhestellung wird der Druckkopf hier abgedeckt, damit die Düsen nicht austrocknen. Hier finden auch die Reinigungsvorgänge statt.
  • Steuerelektronik: rechnet das Druckbild in Tropfenmuster um und steuert jede Düse einzeln an.

So funktioniert der Druck Schritt für Schritt

Funktion eines TintenstrahldruckersSobald Sie auf „Drucken“ klicken, wandelt der Druckertreiber das Dokument in Druckdaten um und sendet sie an den Drucker. Dort zerlegt die Elektronik jede Seite in feine Rasterpunkte und legt fest, welche Düse wann welche Farbe abgeben muss.

Während das Papier eingezogen wird, fährt der Druckkopf auf seinem Schlitten von links nach rechts und zurück. Bei jedem Durchgang spritzen die Düsen ihre Tropfen auf einen schmalen Streifen der Seite. Danach schiebt der Papiertransport das Blatt ein kleines Stück weiter, und der nächste Streifen folgt. Die einzelnen Tropfen sind nur wenige Pikoliter groß – also Milliardstel eines Milliliters. Ein Tintenstrahldrucker arbeitet daher zeilenweise, während ein Laserdrucker jeweils die ganze Seite auf einmal aufbaut.

Nach dem Druck fährt der Druckkopf in seine Parkposition zurück und wird dort abgedeckt.

Thermisch oder Piezo: zwei Verfahren

Wie die Tropfen aus der Düse gelangen, ist je nach Hersteller unterschiedlich gelöst. Durchgesetzt haben sich zwei Verfahren:

Thermisches Verfahren (Bubble Jet)

Ein winziges Heizelement erhitzt die Tinte in der Düse blitzartig. Es entsteht eine Dampfblase, die einen Tropfen hinausdrückt. Das Verfahren ist günstig herzustellen und wird unter anderem von HP und Canon eingesetzt.

Piezo-Verfahren

Ein Piezokristall verformt sich, sobald Spannung anliegt, und presst so die Tinte aus der Düse – ganz ohne Hitze. Das erlaubt eine sehr genaue Steuerung der Tropfengröße. Typisch ist das Verfahren für Epson und Brother.

Eng damit verbunden ist die Frage, wo der Druckkopf sitzt: Bei vielen Geräten mit thermischem Verfahren ist er Teil jeder Patrone und wird mit ihr ausgetauscht. Piezo-Druckköpfe sind dagegen fest im Drucker verbaut. Was das für die Pflege bedeutet, erklärt der Ratgeber Druckkopf reinigen.

Wie die Farben entstehen

Ein farbiger Tintenstrahldrucker kommt mit nur vier Grundfarben aus: Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz, abgekürzt CMYK. Alle übrigen Farbtöne entstehen, indem die Steuerung die Tropfen dieser Farben in feinen Mustern neben- und übereinandersetzt. Aus der Entfernung verschmelzen sie für das Auge zu einem gleichmäßigen Farbton.

Fotodrucker ergänzen diese Grundausstattung häufig um zusätzliche Tinten wie Hellcyan, Hellmagenta, Grau oder Rot. Damit gelingen besonders feine Farbübergänge und neutrale Grautöne. Auch die Tinte selbst unterscheidet sich: Farbstofftinten leuchten besonders kräftig, Pigmenttinten sind wischfester und lichtbeständiger. Mehr dazu und zum Vergleich von Original- und kompatibler Tinte lesen Sie im Ratgeber Kompatible Druckerpatronen.

Patronen, Tintentanks und Inkjet-Papier

Klassische Inkjet-Drucker arbeiten mit Patronen, entweder je Farbe einzeln oder mit einer Farbpatrone für alle drei Farben. Tintentank-Drucker werden dagegen aus Flaschen nachgefüllt und eignen sich für Vieldrucker. Passende Patronen und Tintenflaschen für Ihr Modell finden Sie in unserer Kategorie Druckerpatronen.

Auch das Papier beeinflusst das Ergebnis deutlich. Für Textdokumente genügt normales Kopierpapier. Sogenanntes Inkjet-Papier ist dagegen speziell beschichtet: Es nimmt die Tinte kontrolliert auf, sodass Farben nicht verlaufen und Fotos brillanter wirken. Welches Papier sich wofür eignet, erklärt der Ratgeber Druckerpapier.

Kurze Geschichte des Inkjet-Drucks

Die ersten Tintenstrahlgeräte entstanden in den 1960er-Jahren. Sie arbeiteten mit einem kontinuierlichen Tintenstrahl, dem „Continuous Ink Jet“, bei dem ständig Tinte austritt und nicht benötigte Tropfen abgelenkt und aufgefangen werden. Für den Schreibtisch waren solche Geräte ungeeignet.

Der Durchbruch gelang mit dem „Drop on Demand“-Prinzip, bei dem nur dann ein Tropfen entsteht, wenn er gebraucht wird. 1977 brachte Siemens einen der ersten Drucker mit Piezo-Technik auf den Markt, 1984 folgte HP mit dem ThinkJet, einem thermischen Drucker mit gerade einmal zwölf Düsen. Canon prägte für das thermische Verfahren den Begriff „Bubble Jet“. Seit den 1990er-Jahren sind Inkjet-Drucker in Haushalten Standard.

Industrielle Inkjet-Drucker

Abseits von Büro und Wohnzimmer ist die Inkjet-Technik aus der Industrie nicht wegzudenken. Dort beschriften Inkjet-Drucker etwa Verpackungen mit Mindesthaltbarkeitsdatum und Chargennummer, bedrucken Textilien, Fliesen oder Etiketten und erzeugen großformatige Plakate. Für Kennzeichnungen wird dabei bis heute häufig das kontinuierliche Verfahren eingesetzt.

Stärken und Schwächen von Inkjet-Druckern

Stärken

  • sehr gute Fotos und kräftige Farben
  • niedriger Anschaffungspreis
  • kompakt, leise und ohne Aufwärmzeit
  • bedruckt auch Fotopapier, Karton und Spezialmedien

Schwächen

  • Düsen können bei langen Druckpausen eintrocknen
  • bei hohem Textvolumen meist langsamer als Laserdrucker
  • Ausdrucke auf Normalpapier sind empfindlicher gegen Wasser
  • Patronen können die laufenden Kosten erhöhen

Ob ein Tintenstrahl-, ein Tintentank- oder ein Laserdrucker besser zu Ihnen passt, hilft unsere Drucker-Kaufberatung zu entscheiden. Wie das Gegenstück arbeitet, erklärt der Ratgeber Wie funktioniert ein Laserdrucker?.

Häufige Fragen zu Inkjet-Druckern

Was bedeutet Inkjet auf Deutsch?

Inkjet ist Englisch und bedeutet wörtlich „Tintenstrahl“: „ink“ steht für Tinte, „jet“ für Strahl. Ein Inkjet-Drucker ist also ein Tintenstrahldrucker.

Ist ein Inkjet-Drucker dasselbe wie ein Tintenstrahldrucker?

Ja. Inkjet-Drucker, Inkjetdrucker, Tintenstrahldrucker und Tintendrucker bezeichnen dieselbe Gerätegruppe. Alle drucken mit flüssiger Tinte, die aus feinen Düsen auf das Papier gespritzt wird.

Wie funktioniert ein Tintenstrahldrucker, kurz erklärt?

Ein Druckkopf mit vielen winzigen Düsen fährt zeilenweise über das Papier. Per Hitze oder per Piezokristall werden dabei Tintentropfen aus den Düsen geschossen, die zusammen Schrift und Bilder ergeben. Farben entstehen durch Mischen von Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz.

Was ist Inkjet-Papier?

Inkjet-Papier ist speziell für Tintenstrahldrucker beschichtet. Die Beschichtung nimmt die Tinte kontrolliert auf, sodass Farben nicht verlaufen und Details scharf bleiben. Für Fotos und farbige Grafiken liefert es deutlich bessere Ergebnisse als normales Kopierpapier.

Ist ein Inkjet-Drucker ein Laserdrucker?

Nein. Ein Inkjet-Drucker arbeitet mit flüssiger Tinte, ein Laserdrucker mit pulverförmigem Toner, der mit Hitze auf dem Papier fixiert wird. Beide Verfahren unterscheiden sich in Technik, Stärken und Verbrauchsmaterial grundlegend.

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