Toner-Chip und Druckerpatronen-Chip: Was er speichert und wozu er dient
Auf den meisten modernen Tonerkartuschen und Tintenpatronen sitzt ein kleiner Chip. Er sorgt dafür, dass der Drucker die Kartusche erkennt, zeigt Ihnen den ungefähren Füllstand an und meldet rechtzeitig, wann Nachschub fällig ist. Gleichzeitig ist er der häufigste Grund, wenn eine Kartusche nicht angenommen wird oder vorzeitig als leer gilt. Dieser Ratgeber erklärt, was der Chip speichert, wo Sie ihn finden und worauf Sie beim Kauf achten sollten.
Kurz gesagt: Der Chip ist ein kleiner Datenspeicher, über den sich Kartusche und Drucker verständigen. Er teilt dem Gerät mit, um welche Kartusche es sich handelt, und führt Buch über den Verbrauch. Die Füllstandsanzeige beruht deshalb meist auf einer Berechnung, nicht auf einer Messung.
Was ist ein Toner- oder Druckerpatronen-Chip?
Der Chip ist eine winzige Platine mit einem Speicherbaustein, die auf das Gehäuse der Kartusche aufgesetzt ist. Über Kontaktflächen tauscht er beim Einsetzen und während des Druckens Daten mit dem Drucker aus. Bei Tonerkartuschen spricht man vom Toner-Chip, bei Tintenpatronen vom Druckerpatronen-Chip – die Aufgabe ist in beiden Fällen dieselbe.
Welche Daten der Chip speichert
Welche Informationen genau abgelegt sind, unterscheidet sich je nach Hersteller und Modell. Typisch sind:
- Kennung der Kartusche: für welche Druckermodelle sie bestimmt ist, welche Farbe und welche Kapazität sie hat.
- Verbrauch: ein Zähler für gedruckte Seiten oder die geschätzte verbrauchte Tinten- bzw. Tonermenge. Daraus errechnet der Drucker den angezeigten Füllstand.
- Status: ob die Kartusche neu ist, bereits benutzt wurde oder als leer gilt.
- Region: Manche Hersteller ordnen Patronen bestimmten Verkaufsregionen zu. Eine Kartusche aus einer anderen Region wird dann unter Umständen abgelehnt.
Wo sitzt der Chip?
Bei Tintenpatronen finden Sie den Chip meist als kleines Feld mit goldfarbenen Kontaktpunkten auf einer Seitenfläche der Patrone, häufig dort, wo sie im Drucker an die Kontakte des Patronenhalters stößt. Bei Tonerkartuschen sitzt er in der Regel an einer Stirnseite oder am Rand des Gehäuses, oft in einer kleinen Vertiefung. Bei einigen Laserdruckern ist er von außen kaum zu sehen.
Berühren Sie die Kontaktflächen möglichst nicht mit den Fingern. Fett und Schmutz können die Verbindung zum Drucker stören.
Toner mit oder ohne Chip?
Ob eine Kartusche einen Chip braucht, entscheidet allein Ihr Drucker. Viele aktuelle Geräte setzen ihn voraus und verweigern ohne Chip den Druck. Einige ältere Modelle kommen dagegen ganz ohne aus und erfassen den Verbrauch über Sensoren oder ein mechanisches Zählwerk an der Kartusche. Kaufen Sie daher immer eine Kartusche, die genau für Ihr Druckermodell vorgesehen ist – dann ist auch die Chipfrage geklärt.
Kompatible Toner und Patronen mit Chip
Kompatible Kartuschen werden für Geräte, die einen Chip benötigen, mit einem eigenen, neu entwickelten Chip ausgestattet. Dieser verständigt sich mit dem Drucker, unterscheidet sich aber vom Original. Manche Drucker zeigen deshalb beim Einsetzen einen Hinweis an, dass keine Originalkartusche erkannt wurde, oder stellen den Füllstand nur eingeschränkt dar. Der Druck selbst ist davon in der Regel nicht betroffen.
Worin sich Original und kompatible Kartuschen sonst unterscheiden, erklären die Ratgeber Original oder kompatibler Toner und Kompatible Druckerpatronen.
Chip zurücksetzen: Resetter und Chip-Extender
Im Handel werden Geräte angeboten, die den Verbrauchszähler eines Chips auf null setzen sollen, sogenannte Chip-Resetter. Ähnlich sollen Chip-Extender die Nutzungsdauer einer Kartusche verlängern. Gedacht sind sie vor allem für Kartuschen, die nachgefüllt wurden.
Ob ein Resetter oder Extender mit Ihrem Drucker funktioniert, ist ungewiss. Viele Chips lassen sich gar nicht zurücksetzen, und ein späteres Firmware-Update kann solche Lösungen unbrauchbar machen. Eine Kartusche mit eigenem, passendem Chip ist die zuverlässigere Wahl.
Firmware-Updates und Chip-Erkennung
Drucker erhalten wie Computer gelegentlich neue Firmware. Solche Updates können auch die Prüfung der Chips verändern. Einige Hersteller, etwa HP mit seiner sogenannten dynamischen Sicherheit, setzen gezielt Funktionen ein, die Kartuschen mit fremdem Chip erkennen und ablehnen können. Eine Kartusche, die gestern noch problemlos druckte, wird dann nach einem Update unter Umständen nicht mehr angenommen.
Tipp: Wenn Sie kompatible Kartuschen nutzen, prüfen Sie in den Einstellungen Ihres Druckers, ob Updates automatisch installiert werden. Viele Geräte lassen sich so einstellen, dass Sie vor einer Installation gefragt werden. Wägen Sie dabei ab, denn Updates schließen auch Sicherheitslücken.
Wenn der Chip Probleme macht
Verschmutzte Kontakte, ein nicht richtig eingerasteter Sitz oder eben eine geänderte Firmware führen dazu, dass der Drucker eine Kartusche nicht erkennt. Wie Sie solche Fälle Schritt für Schritt eingrenzen und lösen, zeigt der Ratgeber Drucker erkennt Patrone oder Toner nicht.
Passende Kartuschen für Ihr Druckermodell finden Sie in unseren Kategorien Toner und Druckerpatronen. Bei Fragen zur Chip-Ausstattung eines Artikels helfen wir Ihnen gerne weiter.
Häufige Fragen zum Toner- und Druckerpatronen-Chip
Was bedeutet „Toner mit Chip“?
Die Kartusche besitzt einen kleinen Datenspeicher, über den sie sich beim Drucker anmeldet und den Verbrauch mitzählt. Benötigt Ihr Drucker einen solchen Chip, muss auch eine kompatible Kartusche einen passenden Chip mitbringen, damit sie angenommen wird.
Warum zeigt der Drucker „leer“, obwohl noch Toner oder Tinte vorhanden ist?
Der Füllstand wird meist anhand der gedruckten Seiten oder des geschätzten Verbrauchs berechnet, nicht gemessen. Zudem meldet der Drucker eine Kartusche oft etwas vor dem tatsächlichen Ende als leer, um ein schlechtes Druckbild zu vermeiden. In der Kartusche bleibt deshalb häufig eine kleine Restmenge zurück.
Kann man einen Toner-Chip zurücksetzen?
Bei manchen Chips ist das mit speziellen Resettern möglich, bei vielen jedoch nicht. Zudem kann ein Firmware-Update des Druckers zurückgesetzte Chips wieder ablehnen. Eine Garantie, dass das Zurücksetzen funktioniert, gibt es nicht.
Gibt es Druckerpatronen ohne Chip?
Ja, für einige ältere Druckermodelle, die keinen Chip auslesen. Bei aktuellen Geräten gehört der Chip dagegen meist dazu. Ob Ihr Drucker einen benötigt, erkennen Sie daran, ob die bisherige Patrone einen Chip trägt.
Kann ich den Chip der alten Kartusche auf die neue setzen?
Bei einigen Modellen lässt sich der Chip abnehmen und umsetzen. Da der alte Chip jedoch den Stand einer verbrauchten Kartusche gespeichert hat, meldet der Drucker die neue Kartusche häufig sofort als leer. Sinnvoller ist eine Kartusche mit eigenem Chip.
Fragen zum Chip Ihrer Kartusche oder zur passenden Variante für Ihr Gerät? Schreiben Sie uns – wir beraten Sie gerne.
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