Lohnt eine Garantieverlängerung beim Drucker?

Beim Verkauf von Druckern besteht für die Hersteller ein starker Preiskampf. Deshalb sind die Geräte sehr günstig in der Anschaffung. Doch ein Unternehmer muss sich auch neue Wege erschließen, um seine Gewinne zu maximieren. Über das Thema der teuren Tintenpatronen und Tonerkartuschen, haben wir schon einige Male geschrieben. Heute soll es aber um eine andere Möglichkeit gehen, mit der die Hersteller bzw. Vertriebspartner gut Kasse machen: Die Garantieverlängerung beim Drucker.

Garantieverlängerung - Mit der Angst der Kunden spielen

Eine Garantieverlängerung ist nichts weiter, als eine Art von Versicherung. Was ist, wenn das Gerät bereits nach zwei Monaten nicht mehr will? Druckerpatronen können auslaufen und den Drucker ruinieren und kein Gerät hält einer Überspannung durch Kurzschluss stand. Mit der Angst des Kunden zu spielen, ist das täglich Brot der Versicherer. Die Garantieverlängerung ist daher ein lukratives Geschäft. Anstatt der gesetzlich zu gewährleistenden zwei Jahre, geht es rauf auf bis zu fünf Jahre. Ob Haushaltsgerät, Computer oder eben ein Drucker, es gibt mittlerweile für alles eine Garantieverlängerung.

Der Teufel steckt im Detail

Garantieverlängerung beim DruckerSo eine Absicherung kann durchaus Sinn machen, wenn die Details des Vertrags stimmen. Viel Kleingedrucktes, das am Ende niemand liest, aber unbedingt sollte. Denn welche Reparaturen werden übernommen? Wie sieht es mit Eigenverschulden aus? Oder wird am Ende nur gegen technische Defekte vorgesorgt? Der Verschleiß ist auch ein Thema. Zum Vergleich: Manche Hersteller von Kaffeeautomaten begrenzen ihre Garantieverlängerung auf eine bestimmte Anzahl von Tassen, die gekocht wurden. Alles darüber hinaus, wird nicht bezahlt. Ähnlich kann es sich auch bei der Garantieverlängerung eines Druckers verhalten. Wobei es hier immer den Einzelfall zu prüfen gilt.

Die Rechnung dahinter

Bei einer Garantieverlängerung kann mit bis zu 30% und mehr des Kaufpreises gerechnet werden. Entweder pro Jahr oder im besseren Fall über die gesamte Laufzeit verteilt. Somit darf nur jedes dritte Gerät in die Reparatur geschickt werden, damit sich ein Totalschaden immer noch für die Versicherer rentiert. Doch wie oft hat Ihr Drucker schon einmal das Weite gesucht und seinen Dienst verweigert? Sehr selten geschieht dies tatsächlich und somit erschließt sich ein netter Zugewinn, der bei manchen Herstellern womöglich gleich viel dem Gewinn aus dem Einzelhandel ausmacht. Die Händler erhalten ihre Provision und die Reparatur-Services bekommen regelmäßig Zulauf. Eine tolle Win-Win-Situation, für die der Verbraucher zahlen muss.

Realität vs. Verstand

Doch soll man sich nun für eine Garantieverlängerung beim Drucker entscheiden oder dagegen? Die Panikmache der Händler sollte schlichtweg ignoriert und der Verstand eingeschaltet werden. Namhafte Hersteller produzieren hochwertige Drucker und andere Geräte. Sie neigen nur sehr selten zu einem Defekt und dieser tritt oft in den ersten zwei Jahren der gesetzlichen Garantie auf. Alles andere ist dem Verschleiß zuzuschreiben, den nicht jede Garantieverlängerung übernimmt. Angenommen Ihr neuer Drucker wird eine Investition von 100 Euro sein. Ein Multifunktionsgerät mit Scanner und Kopierer inklusive. Wenn Sie nun monatlich 5 Euro für die Garantieverlängerung bezahlen und diese läuft 5 Jahre, was kommt unterm Strich bei raus? Pro Jahr sind es 60 Euro und nach 5 Jahren haben Sie stolze 300 Euro bezahlt. Für dieses Geld könnten Sie sich drei weitere von solchen Druckern anschaffen. Sinn macht eine Garantieverlängerung bei sehr sensibler Technik. Welcher Drucker dazu gehört, können wir pauschal nicht sagen. Hier gilt es zuvor Testberichte im Internet zu lesen, wie anfällig dieses oder jenes Gerät ist. Vergleichen Sie immer das Verhältnis zwischen Kosten, Nutzen und der Laufzeit. Machen Sie die Rechnung und lassen Sie sich keine Angst von Händlern machen. Würden so viele Drucker schnell kaputt gehen, hätten die Geschäfte auch niedrige Umsätze und hohe Rückerstattungen zu beklagen!

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