Tonerpulver: Zusammensetzung, Eigenschaften und sicherer Umgang

Ohne Tonerpulver kein Laserdruck: Das feine, trockene Pulver ersetzt im Laserdrucker die Tinte und wird mit Hitze dauerhaft mit dem Papier verbunden. Es ist ein gezielt entwickeltes Kunstprodukt aus Harz, Farbpigmenten und Hilfsstoffen. Dieser Ratgeber erklärt, woraus Toner besteht, wie er hergestellt wird, wie es um die Gesundheit steht und wie Sie mit Tonerstaub und verschüttetem Pulver richtig umgehen.

Kurz gesagt: Tonerpulver besteht vor allem aus Kunstharz und Farbpigmenten. Es gilt nicht als giftig, kann als Feinstaub aber Atemwege, Augen und Haut reizen. Lüften Sie beim Kartuschenwechsel, entfernen Sie verschütteten Toner feucht statt mit dem Staubsauger und waschen Sie Hautkontakt mit kaltem Wasser ab.

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Was ist Tonerpulver?

Toner ist ein sehr feines, trockenes Pulver, das in Laserdruckern und Kopierern statt flüssiger Tinte verwendet wird. Die Partikel moderner Toner sind meist nur 5 bis 10 Mikrometer groß, ältere Rezepturen reichen bis etwa 30 Mikrometer. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist rund 70 Mikrometer dick. Durch diese Feinheit fließt das Pulver fast wie eine Flüssigkeit.

Anders als Tinte trocknet Toner nicht ein. Empfindlich reagiert er dagegen auf Feuchtigkeit und Wärme, die das Pulver verklumpen lassen können.

Tonerpulver oder Tonerstaub? Umgangssprachlich wird beides gleich verwendet. Genau genommen ist Tonerpulver das Produkt in der Kartusche, Tonerstaub sind feinste Partikel, die beim Drucken, beim Kartuschenwechsel oder beim Verschütten in die Luft gelangen.

Zusammensetzung: Was steckt im Toner?

Das genaue Rezept unterscheidet sich je nach Hersteller und Druckermodell. Typisch ist diese Zusammensetzung:

Kunstharz

Mit meist 40 bis 90 % der Hauptbestandteil, häufig Polyester oder Styrol-Acrylat. Sein Schmelzpunkt ist genau auf die Fixiereinheit des jeweiligen Druckers abgestimmt.

Farbpigmente

Etwa 1 bis 15 %. Schwarzer Toner enthält Ruß, Farbtoner organische Pigmente in Cyan, Magenta und Gelb.

Hilfsstoffe

Wenige Prozent, etwa Kieselsäure als Rieselhilfe, Wachse für ein sauberes Ablösen von der Walze und bei manchen Tonern magnetische Partikel.

Weil der Toner so genau auf das Gerät abgestimmt ist, wirkt sich ein unpassendes Pulver im Laserdrucker besonders deutlich aus: Schmilzt es nicht richtig, verschmiert der Druck oder die Fixiereinheit verschmutzt.

So wird Toner hergestellt

Man unterscheidet konventionell gemahlenen Toner und chemisch hergestellten Toner. Bei Letzterem wachsen die Partikel in einem chemischen Verfahren gezielt auf die gewünschte Größe und Form heran, was ein besonders gleichmäßiges Pulver ergibt. Der klassische Weg verläuft in diesen Schritten:

  1. Mischen: Harz, Pigmente und Hilfsstoffe werden nach Rezeptur abgewogen und vermengt.
  2. Schmelzen: Die Mischung wird erhitzt und zu einer gleichmäßigen Masse verarbeitet.
  3. Abkühlen und Brechen: Die erkaltete Masse wird grob zerkleinert.
  4. Mahlen: Hochleistungsmühlen zerkleinern sie zu feinstem Pulver.
  5. Sichten: Zu große und zu feine Partikel werden aussortiert.
  6. Prüfen und Abfüllen: Jede Charge wird auf Partikelgröße, Farbe und Schmelzverhalten geprüft und dann in Kartuschen gefüllt.

Im Laserdrucker selbst wird das Pulver elektrostatisch auf eine Bildtrommel und von dort auf das Papier übertragen, bevor es in der Fixiereinheit bei je nach Gerät rund 180 bis 200 °C einschmilzt. Den Ablauf Schritt für Schritt erklärt der Ratgeber Wie funktioniert ein Laserdrucker?.

Ist Tonerstaub giftig?

Tonerpulver gilt nicht als giftig. Weil seine Partikel aber so fein sind, zählt Tonerstaub zum Feinstaub, der Atemwege, Augen und Haut reizen kann. Untersuchungen, unter anderem im Auftrag deutscher Bundesbehörden, haben bei normaler Nutzung von Laserdruckern keine gesundheitliche Gefährdung nachgewiesen. Empfindliche Menschen können dennoch mit Reizungen reagieren, weshalb einfache Vorsichtsmaßnahmen sinnvoll sind.

  • Lüften: Beim Kartuschenwechsel und bei längeren Druckaufträgen für frische Luft sorgen.
  • Aufstellort: Laserdrucker möglichst nicht direkt neben dem Arbeitsplatz betreiben, in kleinen Räumen regelmäßig lüften.
  • Handschuhe: Bei beschädigten oder offenen Kartuschen Einweghandschuhe tragen.
  • Kein Druckluftspray: Es wirbelt den Staub in die Raumluft.
  • Emissionsarme Geräte: Das Umweltzeichen Blauer Engel setzt für Laserdrucker unter anderem Grenzwerte für Feinstaub- und Ozonemissionen.
Tonerstaub eingeatmet?

Gehen Sie an die frische Luft und lüften Sie den Raum gründlich. Kurzzeitiger Kontakt bleibt in aller Regel folgenlos. Halten Beschwerden wie Husten, Atemnot oder Augenreizungen an, suchen Sie einen Arzt auf und nehmen Sie, wenn möglich, das Sicherheitsdatenblatt des Toners mit.

Verschütteten Toner richtig entfernen

Ist eine Kartusche undicht oder beim Wechsel heruntergefallen, gehen Sie behutsam vor:

  1. Fenster öffnen und Zugluft vermeiden, damit sich das Pulver nicht im Raum verteilt.
  2. Einweghandschuhe anziehen.
  3. Den Toner mit feuchten Papiertüchern aufnehmen, nicht trocken fegen oder wischen.
  4. Keinen normalen Haushaltsstaubsauger verwenden: Die feinen Partikel gelangen durch den Filter zurück in die Raumluft. Für größere Mengen gibt es spezielle Tonerstaubsauger.
  5. Tücher und beschädigte Kartusche in einem verschlossenen Beutel sammeln.

Toner auf Haut und Kleidung

Von der Haut entfernen Sie Toner, indem Sie ihn zunächst trocken abwischen und dann mit kaltem Wasser und Seife abwaschen. Warmes Wasser lässt das Harz weich werden, sodass es eher haftet. Kleidung schütteln Sie im Freien aus und waschen sie anschließend kalt. Bis der Toner restlos entfernt ist, gehört sie nicht in den Trockner, denn die Hitze schmilzt das Pulver in die Fasern ein.

Toner richtig lagern

Tonerkartuschen sind bei guter Lagerung lange haltbar. Damit das Pulver einwandfrei bleibt, beachten Sie diese Punkte:

  • In der ungeöffneten Originalverpackung aufbewahren, trocken und bei normaler Zimmertemperatur.
  • Direkte Sonne, Heizkörper und Frost meiden.
  • Die Kartusche in der Lage lagern, die der Hersteller auf der Verpackung angibt.
  • Nach dem Transport in der Kälte die Kartusche vor dem Öffnen einige Zeit auf Raumtemperatur kommen lassen. So verhindern Sie Kondenswasser, das den Toner verklumpen lässt.
  • Ein auf der Verpackung angegebenes Datum beachten.

Nachfüllen und Entsorgen

Lose Tonerpulver zum Selbstbefüllen sind kaum zu empfehlen. Das Pulver muss exakt zum Gerät passen, beim Befüllen entsteht reichlich Staub, und Verschleißteile der Kartusche bleiben unverändert. Worin sich nachgefüllte, kompatible und Rebuilt-Kartuschen unterscheiden, erklärt der Ratgeber Original oder kompatibler Toner.

Leere Kartuschen und Tonerreste gehören nicht in den Hausmüll. Wo Sie sie abgeben können, lesen Sie im Ratgeber Druckerpatronen und Toner entsorgen.

Häufige Fragen zu Tonerpulver und Tonerstaub

Ist Tonerpulver giftig?

Nein, Tonerpulver gilt nicht als giftig. Als Feinstaub kann es aber Atemwege, Augen und Haut reizen, vor allem bei direktem Kontakt mit größeren Mengen. Bei normaler Nutzung eines Laserdruckers wurde keine gesundheitliche Gefährdung nachgewiesen.

Was tun, wenn ich Tonerstaub eingeatmet habe?

An die frische Luft gehen und den Raum lüften. Bei gelegentlichem, kurzem Kontakt sind keine weiteren Maßnahmen nötig. Halten Beschwerden an, sollten Sie einen Arzt aufsuchen und das Sicherheitsdatenblatt des Toners mitnehmen.

Wie entferne ich Toner von Haut und Kleidung?

Von der Haut zuerst trocken abwischen, dann mit kaltem Wasser und Seife waschen. Kleidung im Freien ausschütteln und kalt waschen. Heißes Wasser und den Trockner meiden, bis alles entfernt ist, denn Hitze schmilzt den Toner in die Fasern.

Wie beseitige ich verschütteten Toner?

Mit feuchten Papiertüchern aufnehmen und dabei Einweghandschuhe tragen. Fegen Sie nicht trocken und benutzen Sie keinen normalen Staubsauger, weil der feine Staub durch den Filter zurück in die Raumluft gelangt.

Kann Tonerpulver schlecht werden?

Toner trocknet nicht ein und ist bei trockener Lagerung lange verwendbar. Feuchtigkeit und Temperaturwechsel können ihn jedoch verklumpen lassen, was zu Streifen im Ausdruck führt. Ein vom Hersteller angegebenes Datum auf der Verpackung sollten Sie beachten.

Kann ich jedes Tonerpulver in jeden Drucker füllen?

Nein. Tonerpulver ist auf ein bestimmtes Gerät abgestimmt, vor allem bei Schmelzverhalten und Partikelgröße. Ein unpassendes Pulver kann das Druckbild verschlechtern und die Fixiereinheit verschmutzen.

Unsicher, welche Tonerkartusche zu Ihrem Laserdrucker passt? Schreiben Sie uns – wir helfen bei der Auswahl.

Ein Ratgeber der DUCARIS GmbH – Fachhändler für Toner, Druckerpatronen und Druckerzubehör seit 2002. Mehr über uns
Dieser Ratgeber ersetzt keine medizinische Beratung.


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